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Wer Immer Grundiert, Verschwendet Geld Und Riskiert Haftung

Aus TerraDuniaWiki

Die Frage nach der Grundierung wird meist pauschal beantwortet: entweder immer oder nie. Beides ist falsch. Der Untergrund entscheidet, nicht die Gewohnheit. Wer das ignoriert, arbeitet entweder unnötig teuer oder riskiert, dass der gesamte Anstrich nach Monaten abblättert. Die entscheidenden Hinweise liefert der Untergrund selbst – man muss nur wissen, worauf man achtet.

Zunächst die Oberfläche prüfen, nicht die Farbe. Ein Tropfen Wasser auf die gereinigte Fläche geben. Perlt er ab, ist der Untergrund wasserabweisend – Farbe wird ebenfalls schlecht haften. Zieht er innerhalb von Sekunden ein, ist die Saugfähigkeit hoch. In diesem Fall braucht es eine Grundierung, sonst entzieht der Untergrund dem Anstrich das Bindemittel, und die Deckschicht wird fleckig und dünn. Bei stark saugenden Flächen wie alten Kalkputzen oder Gipsplatten ist das der häufigste Fehler.

Ein Dübelloch in der Wand bleibt sichtbar, solange es nicht richtig verfüllt wird. Wer nur etwas Farbe darüber streicht, sieht die Vertiefung nach dem Trocknen wieder, weil die Oberfläche uneben bleibt. Die Reihenfolge lautet deshalb: sauber machen, spachteln, trocknen lassen, schleifen, grundieren und erst dann streichen.

Die Decke sollte mindestens zweimal gestrichen werden, bei kräftigen Farbwechseln oder saugenden Untergründen auch öfter. Zwischen den Anstrichen muss die Farbe vollständig durchtrocknen. Ein Zwischenschliff mit feinem Schleifpapier entfernt Rollkanten und sorgt für eine glattere Oberfläche. Beim zweiten Anstrich in gleicher Richtung arbeiten, nicht kreuz und quer, damit sich die Bahnen gleichmäßig überlagern.

Bei Reparaturstellen und unterschiedlichen Saugfähigkeiten ist eine Grundierung dagegen unverzichtbar. Ein Fleck Gips auf einer sonst gestrichenen Wand saugt anders als die Umgebung. Ohne isolierende Schicht zeichnet sich die Stelle später als matter Fleck ab – auch nach zwei Deckanstrichen. Hier eine pigmentierte Grundierung verwenden, die den Untergrund angleicht, nicht eine klare. Klare Haftgrundierung ist für feste, gleichmäßige Flächen gedacht, nicht für Flickstellen.

Auftragen mit kleiner Rolle oder Pinsel, dabei die Übergänge ausblenden. Nicht nur den Fleck tupfen, sondern in die umgebende Fläche hineinarbeiten. So verschwindet die Kante optisch. Bei strukturierten Oberflächen die gleiche Struktur nachbilden, etwa mit einer Schaumstoffrolle. Wer mit einem Pinsel auf glatter Wand arbeitet, sieht später jede Borstenstruktur.

Typische Fehler sind zu dick aufgetragene Spachtelmasse, fehlendes Grundieren und zu frühes Streichen. Auch wer das Loch mit Montagekleber oder Zahnpasta füllt, spart kurzfristig Zeit und verliert sie später wieder, weil diese Stoffe nicht schleifbar sind. Bei gefliesten Wänden lässt sich eine Fuge nicht mit Wandspachtel reparieren; dort wird mit Silikon oder Fugmasse in passender Farbe gearbeitet. In Trockenbauwänden sollte vor dem Spachteln geprüft werden, ob die Gipskartonplatte hinter dem Loch gebrochen ist. Ist das der Fall, hilft nur ein größerer Ausschnitt mit neuer Platte.

Schließlich lohnt der Blick auf den pH-Wert. Frischer Beton, Zementputz oder Kalkspatz sind alkalisch. Wer darauf ohne Sperrgrund streicht, riskiert, dass die Farbe verseift und ihre Haftung verliert. Ein Tropfen Wasser auf solchen Flächen, der sich seifig anfühlt, ist ein Warnsignal. In diesem Fall braucht es eine alkalibeständige Grundierung, keine wasserbasierte Universalgrundierung. Wer diese drei Dinge prüft – Saugfähigkeit, Tragfähigkeit, pH-Wert – entscheidet richtig und spart sich den zweiten Anstrich, der sonst nötig geworden wäre.

Ein häufiger Fehler ist die falsche Menge. Grundierung wird dünn aufgetragen, nicht wie ein Deckanstrich. Zu viel einen Film, der die Haftung der Folgeschicht eher mindert. Bei stark saugenden Untergründen lieber zweimal dünn als einmal dick, mit ausreichender Trockenzeit dazwischen. Die Herstellerangaben zur Überstreichzeit sind verbindlich – wer zu früh weiterarbeitet, löst die Grundierung wieder an und bekommt eine schmierige Oberfläche.

Kreidezeit und Kreidezeit-Test Ein weiterer Test: mit dem Daumen kräftig über die Fläche reiben. Bleibt Kreide oder Pulver am Finger, ist die alte Beschichtung nicht mehr tragfähig. Hier hilft keine Grundierung, sondern nur Abwaschen oder Abschleifen. Wer in diesem Zustand grundiert, klebt die Schicht nur oberflächlich fest – der nächste Anstrich zieht sie wieder ab. Umgekehrt gilt: Eine intakte, leicht glänzende Latex- oder Lackschicht braucht keine Grundierung, sondern nur eine leichte Aufrauung mit Schleifpapier, damit die neue Farbe mechanisch greift.

Eine zu trockene Rolle ist der häufigste Fehler. Sie gibt Farbe unregelmäßig ab und hinterlässt genau die Streifen, die im Gegenlicht sichtbar werden. Deshalb die Rolle regelmäßig neu eintauchen und nicht über die halbe Decke „trockenrollen". Auch zu viel Druck erzeugt dünne Stellen. Besser ist es, die Farbe mit dem Roller gleichmäßig zu verteilen und mit einem zweiten, trockenen Durchgang leicht zu verschlichten, solange die Fläche noch feucht ist.