Zum Inhalt springen

Wenn Pflanzen Zu Wenig Licht Bekommen, Strecken Sie Sich

Aus TerraDuniaWiki

Pflanzen können nicht weglaufen, wenn ihnen das Licht nicht passt. Sie reagieren mit ihrem Wachstum, und diese Reaktionen sind erstaunlich eindeutig. Wer die Signale kennt, kann früh gegensteuern, bevor die Pflanze dauerhaft Schaden nimmt. Der wichtigste Hinweis ist der Trieb: Bei Lichtmangel streckt sich die Pflanze in die Länge, weil sie versucht, mit möglichst wenig Aufwand an hellere Bereiche zu gelangen. Dieser Trieb wird lang, dünn und weich. Die Internodien, also die Abstände zwischen zwei Blättern, werden größer. Eine Pflanze, die normalerweise kompakt wächst, sieht plötzlich sparrig aus.

Wie oft gedüngt wird, hängt von drei Dingen ab: Wachstumsphase, Topfgröße und Substrat. In der Hauptwachstumszeit von März bis September reicht es bei den meisten Grünpflanzen, alle zwei bis vier Wochen zu düngen. Im Winter, wenn das Licht fehlt und die Pflanze kaum wächst, wird gar nicht oder nur alle sechs bis acht Wochen gedüngt. Frisch umgetopfte Pflanzen, deren Substrat vorgedüngt ist, brauchen in den ersten sechs bis acht Wochen keinen zusätzlichen Dünger. Wer frisch gekaufte Pflanzen sofort düngt, überfüttert sie meist.

Zunächst der Blick auf den Boden des Übertopfes. Manche Modelle haben einen fest eingebauten Einsatz mit Abstand zum Gefäßboden. Zwischen Einsatz und Topfwand bleibt ein Hohlraum, in dem sich Gießwasser sammelt. Andere Übertöpfe sind dicht geschlossen, ohne Einsatz und ohne Ablauf. Ein dritter Typ hat unten ein Loch, durch das überschüssiges Wasser direkt abfließen kann. Diese drei Bauarten verlangen drei unterschiedliche Gießroutinen.

Überdüngung zeigt sich nicht sofort, sondern schleichend. Typische Anzeichen sind braune, trockene Blattränder und Blattspitzen, obwohl die ist. Die Blätter können gelb werden, welken oder abfallen, ohne dass die Pflanze trocken steht. Bei starkem Befall bildet sich auf der Substratoberfläche ein weißlicher, krustiger Belag aus Salzablagerungen. Manchmal stockt das Wachstum komplett, obwohl die Pflanze gesund aussieht. Wer diese Zeichen mit Wassermangel verwechselt und zusätzlich gießt, verschlimmert das Problem.

Zimmerpflanzen brauchen Nährstoffe, aber fast nie in der Menge, die viele ihnen geben. Der häufigste Fehler ist nicht zu wenig Dünger, sondern zu viel. Wer regelmäßig nach Gefühl düngt, schadet den Wurzeln mehr, als er ihnen hilft. Die Pflanze kann überschüssige Salze nicht ausgleichen, das Substrat versalzt, und die Wurzeln verbrennen. Deshalb ist die wichtigste Regel: lieber seltener und schwächer düngen als häufig und stark.

Unabhängig vom Typ gilt: Vor dem Gießen die Fingerprobe machen. Zeigt die Erde in zwei Zentimetern Tiefe noch Feuchtigkeit, wird nicht gegossen. Nach dem Gießen den Übertopf anheben. Ist er deutlich schwerer als vorher und bleibt das Gewicht, steht Wasser im Gefäß. Dann heißt es eingreifen, nicht abwarten. Wer diese Routine einmal pro Woche durchführt, erkennt Staunässe, bevor die Pflanze reagiert. Der Übertopf ist ein Hilfsmittel, kein Wasserspeicher, der sich selbst überlässt.

Vor dem Einsetzen prüft man den Innentopf. Er braucht Löcher im Boden. Tontöpfe haben sie fast immer, Kunststofftöpfe nur, wenn sie als Pflanzgefäße und nicht als Übertöpfe verkauft wurden. Fehlen die Löcher, kann man sie nicht einfach hineinbohren, ohne den Topf zu beschädigen. Besser ist ein passender Innentopf mit Abfluss. Zwischen Innentopf und Übertopf sollte ein Abstand von mindestens einem Zentimeter bleiben. Dafür eignen sich kleine Tonfüße, Korkstücke oder ein umgedrehter Untersetzer. So kann Luft zirkulieren und überschüssiges Wasser verdunsten.

Ein Übertopf ist kein Blumentopf. Er ist ein Gefäß, in das der eigentliche Topf mit Substrat und Pflanze hineingestellt wird. Die entscheidende Frage lautet: Soll sich im Übertopf Wasser sammeln können oder nicht? Wer diese Frage falsch beantwortet, gießt entweder zu viel oder zu wenig, und die Pflanze leidet, ohne dass die Ursache sichtbar wird.

Was man tun kann, ohne die Pflanze zu verbrennen Der naheliegendste Schritt ist, den Standort zu wechseln. Aber Vorsicht: Eine Pflanze, die wochenlang im Dunkeln stand, verträgt plötzliche pralle Mittagssonne nicht. Die Blätter verbrennen, weil sie sich nicht rechtzeitig an die UV-Strahlung anpassen konnten. Besser ist ein heller Platz ohne direkte Sonne, etwa an einem Nord- oder Ostfenster. Dort kann sich die Pflanze über zwei bis drei Wochen akklimatisieren. Danach darf sie schrittweise näher ans Südfenster rücken. Wer künstliches Licht ergänzt, sollte eine Lampe mit hohem Blauanteil wählen und sie in einem Abstand aufhängen, der die Blätter nicht aufheizt. Ein Abstand von 20 bis 40 Zentimetern ist ein guter Startwert, je nach Leistung der Lampe.

Wasser im Hohlraum: nützlich nur mit Kontrolle Ein Übertopf mit Reservoir speichert Wasser, das die Pflanze später über Kapillarwirkung oder über die Wurzeln im Einsatz aufnehmen kann. Das funktioniert bei Pflanzen mit hohem Wasserbedarf und in trockener Raumluft. Problematisch wird es, wenn der Hohlraum dauerhaft voll steht. Staunässe an den Wurzeln führt zu Wurzelfäule, und die ersten Anzeichen sind welke Blätter, die wie Wassermangel aussehen. Wer ein Reservoir nutzt, sollte nach dem Gießen den Füllstand prüfen und Restwasser nach spätestens einer Stunde entfernen, sofern die Pflanze nicht ausgesprochen durstig ist.